Kategorie:Türkische Küche

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Flagge Türkei
Imam Bayildi

Die türkische Küche ist in Deutschland durch die zahlreichen Döner-Buden, die in den 1980er Jahren wie Pilze aus dem Boden schossen, zu einem schlechten Ruf gekommen. Man verband die türkische Küche mit Döner, Kebab oder Pide.

Doch damit tut man der türkischen Küche Unrecht. Sie ist erheblich vielseitiger als man denkt. Das hängt vor allem damit zusammen, dass in der Türkei viele verschiedene Einflüsse zusammenkommen. Im Osten hat die Küche zahlreiche Einflüsse aus der kleinasiatischen Küche übernommen, im Süden und im Westen bemerkt man Einflüsse der mediterranen Küche. In der Türkei werden diese beiden Einflüsse vermischt, und es kommt zu wunderbaren Rezepten. Gourmets zählen die türkische neben der italienischen und der französischen Küche zu den drei wichtigsten des Mittelmeerraums. Hinzu kommt, dass die türkische Küche nicht nur von anderen Küchen beeinflusst wird, sondern auch ausstrahlt: Was heute im benachbarten Griechenland, Ägypten, dem Libanon und anderen Ländern Nordafrikas als typische Gerichte auf den Tisch kommt, hat seinen Ursprung oft in der Türkei.

Die türkische Küche ist kräftig und würzig, aber nicht scharf. Typische Gewürze sind Pfeffer, Paprikapulver, Zimt und Piment. Dazu gesellen sich Kräuter wie Petersilie, Minze, Dill und Lorbeer, die meist frisch verarbeitet werden. Das erlebt man leider allzu selten in den Hotels, sondern meist in den einheimischen Restaurants.

Speisen und Getränke[Bearbeiten]

Vorspeisen[Bearbeiten]

Den Auftakt eines Essens bilden die meze, wie im benachbarten Griechenland kleine Appetit-Häppchen, die aber auch, besonders in touristisch geprägten Gebieten, als kleine Hauptmahlzeit ausgeprägt sind. Zu den kalten meze wird meist Weißbrot oder Pide gereicht, frittierte Auberginenscheiben (patlıcan kızartması), mit Zitronensaft schaumig gerührte Auberginen (patlıcan salatası); mit Gurken und Tomaten gemischter Salat (çoban salatası); Pfefferschoten, Kohl- und Weinblätter, gefüllt mit Reis, Pinienkernen und Hackfleisch (dolma); Fischrogentunke (tarama); pikante Sesamsauce (tahin) oder Joghurt mit Knoblauch und kleingeschnittener Gurke (cacik). Als warme meze gibt es bspw. gebackene Miesmuscheln (midye tavası); kleine, mit Hackfleisch oder Käse gefüllte Blätterteigpasteten (börek) oder dünne Hammelleber-Scheiben (arnavut ciğeri).

Aus dem Meer[Bearbeiten]

Die rd. 7.200 km lange Küste (ohne die Inselküsten) der Türkei gibt schon einiges her und bietet reichlich Auswahl: Meerbarbe (barbunya), Seebarsch (levrek), Schwertfisch (kılıç), Brasse (saragöz), Garnelen (karides), Tintenfisch (kalamar) und Miesmuscheln. All dies schmeckt am besten vom Holzkohlengrill oder nur leicht gebraten.

Aus dem Stall oder von der Weide[Bearbeiten]

Şiş kebap mit Tomaten, grünen Pfefferschoten und Zwiebeln ist wohl die bekannteste der unzähligen Sorten Kebabs aus Lamm- Hammel- oder Rindfleisch. Lecker ist auch der etwas schärfere Adana kebap oder der döner kebap, der vom senkrecht rotierenden Spieß geschnitten wird. Ein Geheimtipp unter türkischen Feinschmeckern ist die gefüllte Lammkeule (kuzu dolması) und ein pikanter, in einem Tajine-ähnlichen Tongefäß geschmorter Fleisch- und Gemüseeintopf namens güveç. Hackfleischbällchen nennen sich köfte und kokoreç sind gegrillte Hammelkutteln. Die kleinen Brathähnchen (piliç) sind sehr schmackhaft.

Gemüse[Bearbeiten]

Hier finden Vegetarier ihr Paradies. Aber Vorsicht: Man sollte sich vergewissern, dass die Gerichte nicht in Fleischbrühe gekocht wurde. Türlü sebze ist ein köstlicher Gemüseeintopf, kuru fasulye einer aus weißen Bohnen, zeytinyağli fasulye ist ein Eintopf mit grünen Bohnen in Tomatensauce, und Saubohnen, aus denen auch Eintöpfe angeboten werden, heißen bakla. Nicht wegzudenken und immer erhältlich sind Auberginen (patlıcan), Okra (bamya), Spinat (ispanak) und Blumenkohl (karnıbahar).

Desserts[Bearbeiten]

Der bekannteste türkische Nachtisch ist wahrscheinlich der Türkische Honig (lokum) aus Haselnüssen, Rosenöl und Pistazien. Sehr bekannt ist auch baklava, ein mit Marzipan und Pistazien gefülltes Blätterteiggebäck. Zu den süßen Desserts gehört auch kadayıf, mit Sesam, Mandeln und Honig ausgebackene Teigfäden. Eine Süßigkeit aus gerösteten Sesamsamen, Honig und Zucker nennt sich helva. Sütlaç, ein Reispudding, wird den Kindern schmecken, wie auch dondurma, ein Speiseeis bester Qualität. Warum in Öl gebackene Teigbällchen mit Zuckersirup hanum göbeği = "Frauennabel" heißt, entzieht sich der Kenntnis des Autors. Schon eher verständlich ist der Name dilber dudağı ("Lippen der Schönen") für ein in Honig oder Sirup gewendetes Nusskonfekt.

Getränke[Bearbeiten]

Den türkischen Kaffee (kahve) kann man stark gesüßt (çok şekerli), mittelsüß (orta şekerli) oder ohne Zucker (sade) bekommen, Türken trinken jedoch lieber starken schwarzen Tee (çay) aus einem tulpenförmigen dickwandigen Glas, übrigens ohne Milch. Mineralwasser gibt es wie bei uns mit (maden suyu) und ohne (menba suyu) Kohlensäure. Biertrinker werden auf das weitbekannte und leckere Efes-Pilsener nicht verzichten. Auch gibt es ein türkisches Tuborg-Bier. Zum Bier gehört oft auch der raki, der türkische Anisschnaps, das türkische Pendant zum französischen Pastis und zum griechischen Ouzo. Der türkische Wein (șarap) kommt aus Kappadokien, Thrazien und Westanatolien und ist von guter Qualität, wobei die Weißweine (beyaz) die besten sind. Rote (kırmızı) und Roséweine (roze) haben aber auch ihre Liebhaber. Es gibt auch Traubensaft (şıra) mit wenig Alkohol und - natürlich - frisch gepresste Fruchtsäfte (meyva suyu) aus Grapefruits und Orangen.

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