Wein:Riesling

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Riesling
Riesling
Rezepte, die auf diesen Wein verweisen
Ein Riesling von der Mosel

Der langsam und spät (Ernte Ende Oktober/November) reifende Riesling verfügt über eine charakteristische fruchtige Säure und ist deshalb bestens geeignet für die nördlichen Anbaugebiete, wo er in der späten Herbstsonne seine Reife vollendet. Obwohl sein Energiebedarf höchste Ansprüche an seine Lage stellt, sind seine Ansprüche an das Terroir eher gering. Je nach Bodenart und Mikroklima werden aus Rieslingtrauben sehr unterschiedlich nuancierte Weine hergestellt. Die Wärme speichernden, steinigen, sandigen oder schieferreichen Böden der Steillagen entlang der Flusstäler bringen für den Riesling optimale Bedingungen.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Wie keine andere Rebe bestimmt der Riesling das weltweite Image aller deutschen Anbaugebiete. Die über 23.400 ha Anbaufläche in Deutschland stellen rund 50 % aller Rieslinge der Welt dar. Edelsüße Beerenauslesen oder Eisweine des Rieslings gehören zu den (auch international) am höchsten gehandelten deutschen Weinen.

Die wichtigsten Anbaugebiete in Deutschland sind

Aber auch in Österreich, Frankreich, hier besonders im Elsass, und Luxemburg gibt es für den Riesling geeignete Lagen, wo er angebaut wird. Der Riesling kommt aber auch in den USA, Australien und Neuseeland immer mehr in Mode.

Geschichte und Ethymologie[Bearbeiten]

Die Forschung ist sich weitestgehend darüber einig, dass der Riesling vom Rhein stammt, vermutlich verwandt mit der Wildrebe. Erstmals urkundlich erwähnt wird er in einer Rechnung des Kellers Klaus Kleinfisch in Rüsselsheim im Rheingau an seinen Herrn Graf Johann IV. von Katzenelnbogen vom 13. März 1435. Aus dem Jahre 1465 stammt ein Dokument, das den Riesling an der Mosel bezeugt. Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts finden sih Zeugnisse des Rieslinganbaus in Rheinhessen und der Pfalz. Schon seit dem 17. Jahrhundert ist der Riesling eine staatlich empfohlene Rebsorte.

Über die Herkunft des Namens gibt es eine Reihe von Vermutungen und Deutungen. Wer sich in die Ethymologie vertiefen will, sei auf einen wissenschaftlichen Beistrag des Sprachforschers Prof. Dr. Jürgen Udolph verwiesen, dessen PDF-Bericht hier zu finden ist.

Weltweit ist der Riesling als Rheinriesling bekannt, in der badischen Ortenau ist auch das Synonym Klingelberger erlaubt. Weitere Synonyme sind Rheinriesling und Weißer Riesling.

In Österreich, Slowenien und Italien wird ein Wein angebaut, der sich Welschriesling nennt, mit dem hier beschriebenen Riesling jedoch nichts zu tun hat.

Ausbau und Genuss[Bearbeiten]

Weine aus Rieslingtrauben werden in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen ausgebaut, von unkomplizierten Alltagsweinen bis zu Prädikatsweinen. Rest- und edelsüße Weine kommen häufiger in den höheren Qualitätsstufen vor. Viele Qualitäts- und Kabinettweine werden jedoch auch - besonders in den nördlichen Anbaugebieten - zum Ausgleich der hohen Säure mit einer leichten Süße ausbalanciert. Rieslingweine sind in der Regel trocken oder halbtrocken. Süße Rieslingweine werden entweder durch besondere Produktionsverfahren (etwa Eiswein oder Edelfäule) oder bei besonders guten Qualitäten durch Auslesen erzeugt. Solche Weine sind recht teuer.

Der "typische" Riesling zeigt eine blassgelbe, ins grünlich-gelbe tendierende Farbe. In der Nase dominieren Pfirsich oder Apfel, Grapefruit, Zitrone, Limone und Passionsfrucht. Im Mund spürt man eine rassige Säure. Rieslinge von Schieferböden zeigen eine mineralischen Note, manche Weine riechen nach Feuerstein, altersgereifte Gewächse weisen häufig einen interessanten Petrolton auf.

Die natürliche Säure ist eine gute Voraussetzung für die Sektherstellung. Sehr beliebt sind die hervorragenden Winzersekte vom Riesling, oftmals in der Méthode champagnoise (Flaschengärung) hergestellt. Rieslinge sollten frühestens ein Jahr nach der Ernte getrunken werden, viele erreichen ihre optimale Trinkreife erst nach einigen Jahren. Die Lagerfähigkeit von Spitzenweinen ist nahezu unbegrenzt.

Aus den Riesling-Trauben wurden unzählige weitere Rebsorten durch Kreuzung mit anderen Rebsorten gezüchtet. Kerner, Scheurebe, Müller-Thurgau und Bacchus sind nur einige wichtige.

Weine, die aus Riesling-Trauben hergestellt werden, können im Charakter sehr unterschiedlich sein, da sich die Lage und vor allem der Boden sehr auf den Geschmack der Trauben auswirkt. Siehe dazu unter Terroir. Neben Klima, Sonneneinstrahlung und Bodenfeuchtigkeit spielt auch die Bodenbeschaffenheit und die Topografie eine Rolle.

Der Riesling d'Alsace stellt eine Besonderheit unter den Riesling-Weinen dar. Er ist trocken, rassig und zartfruchtig und zeigt Aromen von Zitrusfrüchten und Blüten sowie mineralische Noten. Er ist ein ausgezeichneter Menüwein und passt hervorragend zu weißem Fleisch, zu Fisch und Meeresfrüchten. [1]

Zum Essen eignen sich gereifte Rieslingweine besser als die frischen, jungen. Etwas betagte Riesling-Spätlesen werden beim Essen sogar wieder etwas "jugendlicher".

Trockene bis halbtrockene Rieslinge passen besonders gut zu leichten Gerichten, gedünstetem See- und Süßwasserfisch, gekochtem Fleisch mit hellen Saucen, und kleinem Hausgeflügel. Halbtrockene bis liebliche Spätlesen harmonieren gut mit Frischkäse. Fruchtig-süße Spätlesen oder edelsüße Auslesen sind vorzügliche Begleiter zu fruchtigen Desserts. Altersgereifte edelsüße Auslesen und Beerenauslesen sind die optimalen Aperitifs zu festlichen Anlässen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  1. Broschüre des Conseil interprofessionnel des Vins d'Alsace