Kategorie:Weinanbaugebiet in Deutschland

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Flagge von Deutschland
Deutschlandkarte

Das deutsche Weinanbaugebiet zwischen Elbe und Bodensee setzt sich aus dreizehn regionalen Weinanbaugebieten zusammen, in denen auf etwa 100.000 ha (Stand 2016) bestockter Anbaufläche rund 9 Mio Hektoliter Wein pro Jahr von 80.000 Winzern erzeugt werden. Das ergibt einen Ertrag von rund 90 hl/ha. Etwa 20 % der Ernte wird exportiert, besonders nach Großbritannien, in die Niederlande und die USA. Die deutschen Weinexporteure haben 2014 insgesamt rund 1,2 Millionen Hektoliter deutschen Weins im Wert von 315 Millionen Euro ausgeführt. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang, der auf unterdurchschnittliche Erntemengen im Jahrgang 2013 zurückzuführen sind.

Rheinland-Pfalz beherbergt die größten und meisten Anbaugebiete und vereint zwei Drittel der deutschen Anbaufläche auf seinem Gebiet, das Weinanbaugebiet Rheinhessen ist mit 26.454 ha das größte Anbaugebiet, gefolgt von der Pfalz mit 23.435 ha (Stand 2016).

Mit der Rebfläche von etwa 100.000 ha liegt Deutschland an 15. Stelle weltweit. (Siehe auch: Weinländer).

Es muss verwundern, dass ein Großteil der deutschen Rebflächen in der Nähe oder etwas südlich des 50. Breitengrades liegt. Diese Klimazone erlaubt den erfolgreichen Weinanbau nur aufgrund der besonderen örtlichen Begebenheiten:

  • Die Weinberge liegen überwiegend an besonders geschützten Stellen in Flussnähe.
  • Sie sind meist an Steilhängen nach Süden oder Westen optimal zur Sonneneinstrahlung ausgerichtet.
  • Die zur Sonne geneigten Böden aus Schiefer oder Muschelkalk/Keuper/Lias u.a. speichern tagsüber die einfallende Sonnenwärmeenergie, die sie auch noch weit nach Sonnenuntergang abgeben, so dass frühzeitiger Nachtfrost vermieden wird.
  • Die steilen Talhänge sorgen zudem für einen schnellen Kaltluftabfluss.
  • Die besondere, nördliche Lage deutscher Weinbaugebiete regt zu entsprechenden Anstrengungen beim Züchten von frühreifenden und winterfrostharten Rebsorten an.

Inzwischen (2016) liegt das nördlichste deutsche Anbaugebiet jedoch schon auf der Insel Sylt.

Nahezu 140 Rebsorten werden in Deutschland angepflanzt, wovon jedoch nur rund 25 Rebsorten einige Marktbedeutung haben, allen voran der Riesling und der Müller-Thurgau. Diese beiden Rebsorten bedecken rund ein gutes Drittel der Gesamtrebfläche der Bundesrepublik. Die größte Bedeutung unter den Rotweinen haben der Dornfelder und der Spätburgunder. 64 % des in Deutschland angebauten Weins sind weiße, 36 % rote Weine.

Deutschland gehört zu den nördlichsten Weinländern der Welt. Dies haben wir den Einflüssen des Golfstroms zu verdanken. Deutschland liegt in einer klimatischen Zone, die sich nur noch am Rande zum Weinbau eignet. Es ist hier recht kühl, man hat nicht so viele Sonnentage, der Winter bricht relativ früh herein. Der Wein hat nur wenig Zeit zu reifen. Übrigens ist eine weitere nördliche deutsche Weinlage in Hamburg: der Stintfang. Hier wird aus der Ernte von 75 Rebstöcken die Hamburger Stintfang Cuvée gemacht; in guten Jahren ergibt das eine Abfüllmenge von 50 Flaschen dieser Rarität. Im Jahre 2013 fiel die Ernte jedoch wegen eines Pilzbefalls komplett aus.

Die südlichen Weinländer haben es besser: Die Sonne scheint länger, die frostfreie Periode dauert länger und im Sommer regnet es weniger.

Landau in der Pfalz und Neustadt an der Weinstraße wetteifern jährlich um den Titel der größten Weinbau treibenden Gemeinde Deutschlands. Seit 1949 wird in Neustadt an der Weinstraße jährlich die Deutsche Weinkönigin mit ihren Prinzessinnen gewählt und gekürt. Das Deutsche Weinbaumuseum mit vielen weiterführenden Informationen befindet sich im oberrheinisch-rheinhessischen Oppenheim.

Moselwein

Deutschland zählt zu den kleineren Weinanbaunationen der Welt. Gegenüber Frankreich, Italien oder Spanien hat Deutschland nur einen kleinen Anteil an Agrarflächen, die zum Weinanbau genutzt werden können. Doch Deutschland hat eine lange und gute Tradition im Weinbau.

Dennoch gibt es in Deutschland traditionellen Weinanbau, der sehr charaktervollen Wein hervorbringt. Ähnlich wie in der Champagne, die klimatisch sehr ähnlich ist. Berühmt in der Welt ist auch eine Rebsorte, die in Deutschland einen hohen Stellenwert besitzt, der Riesling.

In der Welt genießt der deutsche Wein einen guten Ruf. Nach vielen Jahren der Massenproduktion gibt es heute in Deutschland eine Menge Winzer, die neue Wege gehen, qualitativ hochwertige Weine zu produzieren.

In Deutschland gibt es eine ausgeprägte Kultur, Wein zu verkaufen. Winzer bieten immer wieder Weinproben an, wo sie ihre Weine der Öffentlichkeit vorstellen. Bei diesen Weinproben kann man viel über Wein lernen, weil die Winzer dort auch oftmals aus dem Nähkästchen plaudern, man kann die Weine, die man dort kauft, vorher kennenlernen. Alle Aromen, die ein Wein zu bieten hat, werden einem mitgeteilt, und es ist nicht selten so, dass man diese Aromen erst schmeckt, wenn man es gesagt bekommt.

Qualitätsstufen deutscher Weine[Bearbeiten]

Rebsorten in Deutschland[Bearbeiten]

Siehe hier: Rebsorten in Deutschland

Weinbauregionen in Deutschland[Bearbeiten]

Im deutschen Weinbau bezeichnet die sogenannte "Weinlage" im Allgemeinen den geografischen Anbauort der Trauben eines Weines. Die Logik der Lagebezeichnungen als auch die Lagebezeichnungen selbst sind für alle deutschen Weinanbauflächen gesetzlich vorgeschrieben. Man strukturiert die Weinlagen hier hierarchisch gegliedert in "Anbaugebiet", darunter nach "Bereich", darunter nach "Großlage" und als kleinste Einheit nach "Einzellage".

Der Weinanbau in Deutschland gliedert sich in die folgenden Weinanbaugebiete:

Übersicht über die deutschen Weinanbaugebiete
Name Bundesland Rebfläche (ha) Betriebe Genossen-
schaften
Jahresproduktion
in Hektoliter
Rote Rebsorten Weiße Rebsorten Bemerkungen
Ahr NW 558 1.600 12 43.000 Spätburgunder
Blauer Portugieser
Riesling Größtes zusammenhängendes Rotweinanbaugebiet Deutschlands
Franken BY 6.040 ? ? 480.000 Domina Müller-Thurgau
Silvaner
Bacchus
Rotwein nimmt nur 20 % der bestockten Fläche ein. Typische Flaschenform ist der Bocksbeutel.
Baden BW 16.000 ? 25 1.100.000 Spätburgunder
Regent
Schwarzriesling
Grauburgunder (Ruländer)
Müller-Thurgau
Bacchus
Weißer Burgunder
Eines der bekanntesten Weinanbaugebiete ist der Kaiserstuhl mit dem für Weine günstigen Lößboden.
Hessische Bergstraße HE 440 600 2 39.960 Spätburgunder
Dornfelder
Riesling
Müller-Thurgau
Mittelrhein RP/NW 460 165 1 34.000 Blauer Spätburgunder (7 %) Riesling (70 %)
Mosel RP/SL 9.000 5.260 ? 850.000 Spätburgunder (4 %)
Dornfelder (3,7 %
Riesling (60 %)
Müller-Thurgau (14 %)
Das gesamte Anbaugebiet "Mosel" umfasst insgesamt 6 Bereiche, 18 Großlagen und rund 500 Einzellagen. Es ist weltweit das größte Steillagengebiet und die größte Rieslinganbaufläche, steilster Weinberg weltweit ist der Bremmer Calmont mit 65° Hangneigung.
Nahe RP 4.155 ? ? ? Dornfelder
Blauer Portugieser
Grauburgunder
Weißer Burgunder
Pfalz RP 23.000 3.600 ? 2.500.000 ? Weißer Burgunder
Grauburgunder
Rheingau HE 3.100 927 ? 7 Rotwein wird im Rheingau nur an den steilen Hängen von Assmannshausen angebaut, hier allerdings mit einem Anteil von 90 % auf rund 75 ha. Die rote Rebsorte ist der Spätburgunder (Klebrot). Riesling (78%)
Spätburgunder (13%)
Im Schloss Johannisberg bei Geisenheim wurde im Jahre 1775 per Zufall die Spätlese entdeckt. Am gleichen Ort züchtete im Jahre 1882 ein Herr Müller aus dem schweizerischen Thurgau die bekannte Rebsorte Müller-Thurgau.
Rheinhessen RP 26.440 ? ? 2.500.000 Spätburgunder
Regent
Weißer Burgunder
Saale-Unstrut SA/BB/TH 768 60 1 ? Dornfelder, Portugieser, Spätburgunder, Blauer Zweigelt Müller-Thurgau, Weiß- und Grauburgunder, Bacchus, Riesling, Silvaner, Gutedel und Kerner
Sachsen SA/ST/BB 460 1.800 1 27.400 ? ? Weißweine machen 75 % der produzierten Weine aus.
Württemberg BW 11.500 ? ? 1.140.000 Trollinger Riesling

Qualitätsstufen in Deutschland[Bearbeiten]

Um diese hochwertigen Weine auch besser klassifizieren zu können, unterscheidet das deutsche Weinrecht folgende Qualitätsstufen:

Bekannte Weine und Weingüter in Deutschland[Bearbeiten]

  • ...

Sinnspruch[Bearbeiten]

  • Die Deutschen lieben Rheinwein. Er wird in schlanke Flaschen gefüllt und für ein gutes Getränk gehalten. Von Essig unterscheidet er sich durch das Etikett.
Eine "Weisheit" von Mark Twain (1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller

Siehe auch[Bearbeiten]

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