Wein:Weinbaugebiet Valle de La Orotava

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Wein aus dem Orotava-Tal: Aurotava ist der Name von Orotava, wie die Guanchen es sprachen. Der Text auf dem Schild besagt, dass der Wein den Blutkreislauf in Wallung bringt.

Das Weinanbaugebiet Valle de la Orotava ist eins von fünf Weinanbaugebieten auf Teneriffa, die das Herkunftssiegel D.O. (Denominación de Origen) tragen darf.

Lage[Bearbeiten]

Es liegt an der Nordküste der Insel und hat seinen Namen vom Orotava-Tal, an dessen Flanken die Weinberge liegen. Wissenswert ist hierbei, dass es sich nicht um ein durch ein Gewäsaser gebildetes Tal handelt, sondern um die Reste einer Trümmerlawine. Im Gebiet leigen die Orte Los Realejos, Puerto de la Cruz und La Orotava.

Ausmaße[Bearbeiten]

Mit einer jährlichen Produktion von 5.000 hl Wein, die in 30 Weingütern (Bodegas) ausgebaut werden, ist das Weinanbaugebiet recht klein. Die Rebfläche beträgt lediglich 700 ha. Die Weinberge liegen nicht direkt an der Küste, sondern beginnen ab einer Höhe von 250 Meter und erstrecken sich bis in eine Höhe von 750 Meter. Interessant in diesem Weinanbaugebiet ist, dass die Weinreben an langen Schnüren gebunden werden, die bis zu 15 Meter lang sein können und in dieser Form vielleicht einzigartig auf der Welt sind.

Terroir[Bearbeiten]

Das Terroir im Weinanbaugebiet Valle de la Orotava ist wie überall auf Teneriffa vulkanischen Ursprungs. Dazu kommt in der Mitte des Tales auch Schwemmland durch die gelegentlichen Regengüsse. Der Boden ist sehr reich an Nährstoffen und Mineralien. Der vulkanische Ursprung des Bodens ist an seinem recht sauren ph-Wert festzustellen.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist ebenfalls typisch für Teneriffa. Die Jahreszeiten machen sich hier kaum bemerkbar, es ist das ganze Jahr über sonnig und warm, der NO-Passat bringt ständig feuchte Luft zur Inselnordseite, die sich auf der Insel weniger abregnet, sondern an den Pflanzen kondensiert, so dass sie immer ausreichend mit Wasser versorgt sind.

Rebsorten[Bearbeiten]

Im Weinanbaugebiet Valle de la Orotava werden sowohl Weiß- als auch Rotweine ausgebaut. Zur Verfügung stehen eine ganze Reihe von Rebsorten.

Weinarten[Bearbeiten]

Es werden Weißweine (Alkoholmindestgehalt 11 %), Roséweine (11 %), Rotweine (11,5 %), süße Dessertweine aus überreifen, nicht verschnittenen Moscatel- oder Malvasía-Trauben (15 %), Likörweine (15 %) und weiße Schaumweine (11 %) nach der traditionellen Herstellungsmethode der Flaschengärung.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der berühmte kanarische Naturforscher der Aufklärung aus Realejo, Viera y Clavijo, hat das Orotavatal schon im 18./19. Jahrhundert als einen riesigen Malvasier–Weinberg beschrieben. Dazumal bildeten die Reben eine Decke, die sich nahtlos vom Waldrand der Höhen bis zur Meeresküste erstreckte. Im Hafen ankerten zahlreiche Segelschiffe und warteten darauf, den Wein auf die europäischen und amerikanischen Märkte zu transportieren. Es waren großzügige Weißweine mit der angesehenen Bezeichnung „canary“, die für Qualität und hohe Herkunft bürgte. Später jedoch erlitt der Weinhandel einen Konjunkturverfall, aber dem Tal blieben sein Klima, die Vulkanböden und die reichen landwirtschaftlichen Traditionen aus alten Zeiten erhalten.

In unserer heutigen Zeit hat man die Erziehungssysteme erneuert. Die modernen Drahtsysteme wechseln sich mit dem herkömmlichen und beeindruckenden, geflochtenen Kordon–System ab. Die ursprünglichen Rebsorten Listán Negro und Negramoll bilden die Grundlage für sanfte und ausgeglichene Rotweine, während die Trauben von Listán Blanco, Malvasía oder Verdello junge, leicht fruchtige und gut ausgebaute Weißweine erzeugen.

Siehe auch[Bearbeiten]