Strawberye

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Strawberye
Strawberye
Zutatenmenge für: 6 Personen
Zeitbedarf: 50 Minuten
Hinweise: Enthält Alkohol: ja Vegetarisch
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel

Strawberye ist ein Rezept für einen Erdbeerpudding aus einer englischen Handschrift vom Anfang des 15. Jahrhunderts.

Man begegnet nicht oft einem Rezept aus dem Mittelalter für Beerenfrüchte. Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren; auch wir essen diese Früchte am liebsten so, wie sie vom Strauch kommen. Und dafür braucht es natürlich kein Rezept.

Der Gesundheitslehre des Mittelalters zufolge waren viele Gefahren mit dem Essen von "rohen" Früchten verbunden: Früchte wurden mit den Eigenschaften kalt und trocken belegt, was gerade das Gegenteil dessen war, was als ideale Eigenschaften des gesunden menschlichen Körpers angesehen wurden, nämlich warm und feucht. Die schädlichen Eigenschaften frischen Obstes konnten abgemildert werden, indem man es kochte, denn dann wurde ihm sowohl Wärme als auch Feuchtigkeit zugefügt. Das wird der Grund dafür sein, dass so viele mittelalterliche Rezepte für Apfelmus überliefert sind.

Der unten stehende Erdbeerpudding konnte also ruhigen Gewissens gegessen werden, denn die Erdbeeren waren gekocht.

Die moderne Erdbeere stammt aus Nord- und Südamerika. Verschiedene Arten wurden während des 17. Jahrhunderts in Europa eingeführt. Für ein Erdbeerrezept aus dem Mittelalter müssten eigentlich Walderdbeeren verwendet werden. Sie sind nur schwer erhältlich, weil sie nur wenig angebaut werden und deshalb sehr teuer sind. Man begegnet ihnen auch kaum in Gartenzentren. Walderdbeeren sind viel kleiner als die aus dem Handel, sie duften aromatischer und bescheren einem eine unbekannte Geschmacksexplosion. Es lohnt auf jeden Fall die Mühe, sie zu ergattern! Sollte das nicht gelingen, nimmt man dann doch die normale Erdbeere, denn auch mit ihr wird es gelingen, einen ordentlichen Geschmack hinzubekommen. Stopp, man probiere sie erst mal, denn wie bei Tomaten werden auch außerordentlich geschmacklose Erdbeeren verkauft.

Weitere Informationen und das Originalrezept mit Abbildungen sind (auf englisch) hier zu finden.

Zutaten[Bearbeiten]

Küchengeräte[Bearbeiten]

Zubereitung[Bearbeiten]

Vorbereitung[Bearbeiten]

  • Falls getrocknete Granatapfelkerne verwendet werden, diese zuerst in heißem Wasser einweichen. Das Einweichwasser kann dann zur Herstellung der Mandelmilch verwendet werden.
  • Eine Mandelmilch zubereiten, indem die gemahlenen Mandeln in 250 mlMilliliter heißem Wasser eingeweicht und diese dann durch ein Sieb gegeben werden. Die aufgefangene Flüssigkeit ist die Mandelmilch. Auch die Mandelmasse kann man in einem sauberen Geschirrtuch auswringen (auf diese Weise erhält man ca. 200 mlMilliliter Mandelmilch).
  • Erdbeeren vorbereiten. Anschließend 15 Minuten in Rotwein einweichen.
  • Den Wein abgießen und eventuell weiterverwenden (vorher sieben!).

Fertigstellung[Bearbeiten]

Pudding[Bearbeiten]

  • Die Erdbeermasse in einen Topf geben, Mandelmilch, Reismehl, Zucker und Gewürze zufügen.
  • Zum Kochen bringen und einige Minuten weiter kochen lassen.
  • Dann den Topf vom Feuer nehmen.
  • Die Butter hindurch rühren, danach den Essig und die Korinthen.
  • Der Pudding hat jetzt schon eine rosa Farbe. (Sollte diese nicht ausreichen, eventuell einen Tropfen rote Lebensmittelfarbe zufügen).
  • Sollte der Pudding nicht fest werden, kann noch etwas angemachte Maisstärke hinein gerührt werden. Dann nochmals kurz erwärmen.
  • Den Pudding in eine große Schüssel oder in einzelne Puddingförmchen geben.

Servieren[Bearbeiten]

  • Den Pudding kurz vor dem Servieren mit Granatapfelkernen bestreuen.
  • Den Pudding bei Zimmertemperatur oder leicht gekühlt servieren.

Beilage[Bearbeiten]

Varianten[Bearbeiten]

  • Der Pudding kann auch als Kuchenfüllung dienen:
    • Einen Brandteig für eine große Form oder für kleine Gebäckformen backen und dort den Erdbeerpudding hineingeben. Abkühlen lassen und servieren.
  • Nett ist es auch, den Pudding aus einer Erdbeerform zu stürzen. Wenn man die Erdbeerform erst mit Frischhaltefolie auskleidet, kommt der Pudding unbeschadet heraus.