Apple Pie von 1747

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Apple Pie von 1747
Apple Pie von 1747
Zutatenmenge für: 1 Pie mit Ø 24 cm
Zeitbedarf: Vorbereitung: 30 Minuten, Zubereitung: 60 Minuten
Hinweise: Enthält Alkohol: nein Vegetarisch
Schwierigkeitsgrad: mittel

Der Apple Pie von 1747 ist ein historisches englisches Rezept nach dem 1747 in London erschienenen Kochbuch The art of cookery made plain & easy von Hannah Glasse.[1]

Apfelkuchen, wer mag ihn nicht, wenn es um guten Apfelkuchen geht. Denn es gibt leider Situationen, in denen es ziemlich geschmacklose, manchmal nur halb aufgetaute Exemplare gibt. Apfelkuchen ist, wie im Übrigen auch Apfelmus, eines der Urgerichte der europäischen Küche.

Pie ist ein englisches Wort, dessen Ursprung im Dunkeln liegt. Ein Pie bestand ursprünglich im Gegensatz zu einer Pastete (pasty) aus mehreren Zutaten, die Pastete nur aus einer. Beide aber haben einen Deckel. Das macht auch den Unterschied zum amerikanischen Pie aus, dort spart man sich das Topping (den Deckel).

Für den Teig kann einfacher Blätterteig verwendet werden, nach eigenem Rezept oder ein Produkt aus dem Handel. Möglich ist auch Puff-Paste, der Blätterteig nach dem Rezept von Hannah Glasse, der für diesen Apple Pie entwickelt wurde. Er ist allerdings sehr zeitaufwändig.

Im Originalrezept wird der Custard ("Puddingcreme") nur im Zusammenhang mit der Zubereitung mit Birnen genannt. Er kann aber natürlich auch mit Äpfeln verwendet werden, das schmeckt genauso gut.

Als Pie-Form eignet sich eine hohe Auflaufform mit einem Durchmesser von 24 cm mit einem geribbelten Rand, wie bei der Tarteform.

Zutaten[Bearbeiten]

Für die Füllung[Bearbeiten]

Topping[Bearbeiten]

Küchengeräte[Bearbeiten]

Zubereitung[Bearbeiten]

Vorbereitung[Bearbeiten]

  • Vorbereitete Puff-Paste einen Tag zuvor aus der Tiefkühlung nehmen und im Kühlschrank auftauen. Oder Blätterteig kaufen.

Füllung[Bearbeiten]

  • Die Zitrone mit kochendem Wasser begießen, um die Wachsschicht zu entfernen.
  • Die Schale mit einem Zestenreißer oder einer Raspel abziehen. Die Zitronenschale fein schneiden.
  • Die Zitrone auspressen.
  • Die Äpfel (oder Birnen) gründlich waschen, schälen, die Kerngehäuse entfernen und die Früchte die in Viertel oder in Scheiben schneiden.
  • Schalen und Kerngehäuse sofort in einen Topf mit einem Viertel Liter Wasser geben.
  • Das zerschnittene Obst in eine Schüssel geben.
  • 2 bis 3 ELEsslöffel (15 ml) Zitronensaft und die Zitronenschale mit den Apfel- oder Birnenstücken vermischen.
  • Die Schalen und Kerngehäuse mit etwas Muskatblüte zum Kochen bringen und 15 Minuten bei geringer Hitze ziehen lassen.
  • Die Flüssigkeit dann abseihen, 60 g Zucker hinzufügen und ungefähr auf die Hälfte reduzieren.
  • Aufpassen, dass dies nicht zu rasch geht, sonst wird der Sirup beim Abkühlen steinhart.

Fertigstellung[Bearbeiten]

  • Den Backofen auf 220 °C vorheizen.
  • Die Backform sorgfältig mit Butter einfetten.
  • Den Teig zweiteilen.
  • Den ersten Teil auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche ausrollen.
  • Die Backform hiermit auskleiden, den Teig etwas über den Rand stehen lassen.
  • Den restlichen Teig in Plastikfolie packen und wieder in die Kühlung legen.

Füllen des Pie[Bearbeiten]

  • Die Fruchtstücke im Sieb abtropfen lassen und mit 30 g Zucker vermischen.
  • In einer gleichmäßigen Schicht auf den Teig legen, die Nelken darüber verteilen.
  • Erst im letzten Moment mit dem eingedickten Apfel- oder Birnensirup besprenkeln.

Den Pie schließen[Bearbeiten]

  • Den zweiten Teiglappen aus der Kühlung nehmen, ausrollen und die Füllung damit bedecken.
  • Wer den Pie nach dem Backen noch mit Custard füllen will, muss Boden und Deckel getrennt backen.
  • Den Pie-Deckel nach eigenem Geschmack verzieren.
  • Vorsicht beim Bestreichen des Deckels mit Ei, da dieser in der Hitze des Backofens verbrennen kann

Den Pie backen[Bearbeiten]

  • Den Pie etwas unterhalb der Mitte des Backofens platzieren und ca. 20–30 Minuten backen, bis der Teig goldbraun ist.
  • Da die Zeiten von Backofen zu Backofen verschieden sein können, empfiehlt es sich, bereits nach 20 Minuten nachzuschauen, ob der Kuchen gut ist.

Custardfüllung[Bearbeiten]

  • Während des Backvorgangs den Custard zubereiten.
  • Zwei Eigelb mit der Sahne und 1 ELEsslöffel (15 ml) Zucker verquirlen sowie etwas Muskatnuss hineinreiben.
  • Das Ganze in einen Topf geben und unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Flüssigkeit gebunden ist.
  • In eine Schüssel geben und sofort mit Frischhaltefolie bedecken.
  • So entsteht beim Abkühlen keine Haut.
  • Den Pie aus dem Ofen nehmen, den Deckel vorsichtig abnehmen und den schon etwas abgekühlten Custard über die Früchte gießen.
  • Sollte der Teigdeckel wegen der Feuchtigkeit der Füllung noch etwas weich sein, kann er noch kurze Zeit lose in den Backofen gelegt werden.

Servieren[Bearbeiten]

  • Der Pie kann kalt wie warm serviert werden., aber lauwarm ist er am leckersten.
  • Wenn der Pie nicht mit Custard gefüllt wurde, kann der Pie mit zusätzlicher Sahne serviert werden, der etwas Zucker und Zimt zugesetzt wurde. Andernfalls wäre es ein wenig Zuviel des Guten.
  • Der Custard kann natürlich auch gesondert dazu gereicht werden.
  • Im 18. Jahrhundert stand dieser Apple Pie während es 2. Gangs auf dem Tisch, zusammen mit Fleisch oder Fisch und dem Gemüse.

Beilagen[Bearbeiten]

  • Wie oben angegeben: Custard oder Schlagsahne (min. 36 %). Ist die Sahne zu fett? Nimm dann ein Stück Kuchen weniger…

Varianten[Bearbeiten]

  • Wenn zur Füllung des Pies Äpfel verwendet werden, den Pie mit 3 ELEsslöffel (15 ml) Quittenmarmelade oder -gelee vollenden.
  • Quittenmarmelade oder -gelee in oder über die Füllung geben.

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. coquinaria.nl (Originaltext des Rezepts und kulturhistorische Einleitung) niederländisch, englisch