Kategorie:Antike römische Küche

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Das Titelbild des zweisprachigen Buches zeigt einen Ausschnitt aus einem karthagischen Mosaik aus dem 2. Jahrhundert, das einen Kultdiener der Isis darstellt.

Die Geschichten über römische Orgien mit Gerichten wie "Frittierten Pfauenzungen" und "Gefüllten Giraffenhälsen" sind wohlbekannt. Römische Kaiser neigten ab und an zu dergleichen Exzessen, die Mahlzeit der normalen Römer war wesentlich einfacher. Sie lebten vom Ackerbau und folgten dem Lauf der Jahreszeiten. Die Speisen der Armen und die der Herrschenden unterschieden sich anfangs nur wenig, mit der Zeit und zunehmender Macht dann immer mehr. Auch ihre Esskulturen waren sehr verschieden.

Vor dem Ausbruch des Vesuv lag Pompeji am Meer und am Fluss Sarno. Die Stadt war berühmt wegen des hier hergestellten Garum, einer scharfen, salzigen Fischsauce. Die Vulkanerde um den Vesuv war sehr fruchtbar. Es wurden Wein und Oliven angebaut. In den Wäldern gab es viel Kleinwild. Auch gab es Fisch im Überfluss.

Einige Nahrungsmittel, die wir heute mit Italien verbinden, gab es damals noch nicht. Tomaten und Kartoffeln schlummerten noch unentdeckt in Amerika, die Pasta war noch nicht erfunden, Reis war ein immens teures Luxusprodukt. Rohrzucker gab es zwar schon, zum Süßen wurde aber zumeist Honig verwendet.

Die Römer hatten, wie wir heute auch, drei Mahlzeiten am Tag. Das Frühstück, IENTACULUM, war ganz einfach: in der Königszeit und frühen Republik war es nur ein einfacher Getreidebrei, die PULS, später wurde stattdessen zumeist Brot, Käse und Oliven gegessen sowie mit Wasser verdünnter Wein getrunken. Milch gab es nur für kleine Kinder und Kranke.

Zu Mittag folgte gegen 12 Uhr das PRANDIVM. Auch dieses war meistens ein leichtes Mahl, oft wurde rasch etwas bei einem THERMOPOLIUM verzehrt.

Das THERMOPOLIUM (Schänke für warme Gerichte) war ein Vorläufer der heutigen Pommesbude. Man konnte dort einfache kalte und warme Speisen und Getränke erhalten. Ärmere Leute, die keine eigene Küche besaßen, holten hier ihr Essen. Viele reiche Häuser betrieben ein THERMOPOLIUM, es wird wohl eine gute Einkommensquelle gewesen sein. In Pompeji wurden bisher schon 200 ausgegraben.

Die Hauptmahlzeit, die CENA, fand am Abend statt. Sie bestand aus drei Gängen: Vorspeise (GUSTUS), die Hauptspeise (PRIMA MENSA) und eine Nachspeise (SECUNDAE). .

Wie bekannt, lagen die Römer zu Tisch (ACCUMBERE = das Zutischlegen). Meistens gab es Liegebänke für drei Personen, die ganz Reichen hatten natürlich persönliche Liegen. Im Kaiserreich durften Frauen zeitgleich mit den Männern und im gleichen Raum speisen. In der Republik war das noch nicht der Fall. Nur die Rangniedrigeren saßen auf einem Stuhl.

Es sind viele Rezepte aus dem antiken Rom überliefert, so dass wir uns ein recht gutes Bild vom Essen der römischen Oberschicht machen können. GARUM, eine salzige Würzsauce aus fermentiertem Fisch oder LIQUAMEN, die verdünnte Version davon, waren besonders beliebt und wurden anstatt Salz zu fast allen Gerichten, außer süßen Nachspeisen, gegeben.

Römische Speisen waren wesentlich stärker aromatisiert als wir es heute gewohnt sind. Die Mengenangaben in den folgenden Rezepten sind zwar etwas angepasst, aber für unsere Gewohnheiten immer noch ziemlich pfeffrig, salzig, sauer oder süß.

OPERA PISTORIA - römisches Backwerk[Bearbeiten]

Die Römer kannten mehrere Sorten von Brot (lat.: PANIS). Meistens handelte es sich dabei um Sauerteigbrot, das mit Mehl aus Weizen, Dinkel, Gerste, Hirse oder Reis hergestellt wurde. Sogar gemahlene Hülsenfrüchte konnten zu Mehl verarbeitet werden. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. begann dieses Brot den PULS (eine Art Getreidebrei) als Grundnahrungsmittel zu verdrängen. Brot wurde zu jeder Mahlzeit und bei jedem Gang gegessen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Speisefolgen[Bearbeiten]

  • GUSTATIONES - römische Vorspeisen
  • PRIMAE MENSAE - römische Hauptspeisen
  • SECUNDAE MENSAE - römische Nachspeisen
  • APPENDICES - römische Beilagen
  • CONDIMENTA - römische Saucen
  • POTIONES - römische Getränke
  • CENULAE - römische Snacks

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