Apfelringe im Schnee

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Apfelringe im Schnee
Apfelringe im Schnee
Zutatenmenge für: 12–16 Ringe
Zeitbedarf: 120 Minuten
Hinweise: Enthält Alkohol: nein Vegetarisch
Schwierigkeitsgrad: leicht

Apfelringe im Schnee ist ein Rezept nach einer englischen Handschrift von 1407; es kann als Nachtisch, zu Tee oder Kaffee gereicht werden.

Äpfel sind die bekanntesten und am meisten gegessenen Früchte in unserem Teil der Welt. Es gibt Tausende Apfelsorten, was aber nicht heißt, dass diese alle erhältlich sind. Manche Sorten sind nur lokal verfügbar, andere sind der Vergessenheit anheim gefallen, und einige Sorten haben einen zu geringen Ertrag oder sind zu anfällig, um kommerziell interessant zu sein. Der "Ur-Apfel" war klein und sauer mit einem verhältnismäßig großen Kerngehäuse und wenig Fruchtfleisch.

Im Altertum gab es noch keinen Unterschied zwischen Äpfeln und Quitten. Beim Apfel von Paris, der die direkte Ursache für den Trojanischen Krieg war, und der verbotenen Frucht im Paradies wird es sich eher um eine Quitte gehandelt haben oder sogar um einen Granatapfel.

Um die Zeit, als das folgende Rezept aufgeschrieben wurde, bestanden schon verschiedene Apfelsorten. Alan Davidson nennt für England den Costard (großer Kochapfel) und den Pearmain (grünroter Apfel), die beide schon im 13. Jh. bekannt waren, sowie den Nonpareil, White Joaneting (ein sehr früher gelber Apfel) und Royal Russet (rotbrauner Hand- und Kochapfel). Über Züchter alter Obstrassen kann man mit etwas Mühe noch an diese Äpfel kommen.

Übrigens gab es ab dem 16. Jahrhundert eine wahre Explosion an neuen Apfel- und Birnensorten, nachdem die Veredlung wiederentdeckt worden war (sie war nach dem Fall des Römischen Reichs in Europa in Vergessenheit geraten).

Welcher Apfel für dieses Rezept verwendet wird, ist abhängig vom gewünschten Geschmack und den Möglichkeiten. Ein säuerlicher Apfel verdient den Vorzug.

Diese Art von Gebäck war auf mittelalterlichen Tafeln beliebt. Außer mit Äpfeln und anderen süßen Inhalten gab es auch Rezepte für herzhafte Füllungen mit z. B. Fisch, Feigen und Rosinen. Außerdem eignete sich das Rezept für die Fastenzeit, da in dem Teig weder Eier noch Milch verwendet werden und die Ringe in Öl gebacken werden.

Das heute erhältliche Bier enthält nicht mehr genügend Hefe, weshalb dem Teig Hefe zugefügt werden muss. Es sollte auf jeden Fall ein obergäriges Bier verwendet werden. Die belgischen Abteibiere Westmalle Achtung, kann Alkohol oder Spuren von Alkohol enthalten! und Achouffe Achtung, kann Alkohol oder Spuren von Alkohol enthalten! haben noch aktive Hefe in ihren Flaschen; eventuell ist auch ein deutsches Hefeweizen geeignet. Die meisten anderen werden pasteurisiert, was die Hellenen abtötet. Das Bier wird dem Teig wegen der Hefe zugefügt und mit totem Bier kommt man da nicht weit.

Zutaten[Bearbeiten]

Kochgeschirr[Bearbeiten]

Zubereitung[Bearbeiten]

Teig[Bearbeiten]

  • In einem kleinen Topf 50 mlMilliliter Bier lauwarm erwärmen. Die Hefe hineingeben und 15 Minuten stehen lassen.
  • 1 ELEsslöffel (15 ml) Bier in der Mikrowelle erhitzen und die Safranfäden darin zerdrücken.
  • Dann das restliche Bier mit dem Hefe-Bier-Gemisch, dem Mehl, Salz und dem Safran mit dem ELEsslöffel (15 ml) Bier vermischen.
  • Zu einem glatten Teig verrühren und 30–60 Minuten an einen warmen Ort stellen, damit er gehen kann.
  • Der Teig muss dickflüssig sein.

Fertigstellung[Bearbeiten]

  • Die Äpfel erst kurz vor der Zubereitung schälen und schneiden, damit sie sich nicht verfärben.
  • Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse ausstechen und die Äpfel in Stücke oder Ringe schneiden.
  • Das Frittieröl auf 180 °C erhitzen.
  • Die Apfelringe oder -scheiben durch den Teig ziehen und in kleinen Portionen frittieren, bis sie goldbraun sind (ca. 4 Minuten).
  • Nach 2–3 Minuten umdrehen.
  • Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  • Im Backofen bei 100 °C warm halten, bis alles fertig ist.

Servieren[Bearbeiten]

  • Mit Puderzucker bestreut (und ev. mit etwas Zimt vermischt) warm servieren.

Beilagen[Bearbeiten]

Varianten[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

coquinaria.nl (Originaltext des Rezepts und kulturhistorische Einleitung) niederländisch, englisch