Gesundheit:Laktoseintoleranz

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Laktoseintoleranz ist die (teilweise oder vollständige) Unverträglichkeit von Lebensmitteln, die Milchzucker (Laktose) enthalten.

Milchzucker wird der in der Milch enthaltene Zucker genannt. Er ist für Säuglinge ein wichtiger Energielieferant und fördert eine gesunde Darmflora. Um ihn verwerten zu können, muss der Milchzucker während der Verdauung zunächst in seine beiden Einfachzucker Galaktose und Glukose aufgespalten werden. Dies geschieht mit Hilfe des körpereigenen Verdauungsenzyms Lactase. Kann der Milchzucker auf Grund eines Mangels an Lactase nicht mehr aufgespalten werden, so spricht man von Milchzuckerunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz.

Viele Fertigprodukte wie Desserts, Eiscremes, Backwaren, Schokoladenerzeugnisse, Dressings, Instantsuppen und -saucen, Kartoffelpüreepulver, Streuwürzen, Senf, Ketchup, Müslis, Fleisch- und Wurstwaren enthalten Milchzucker. Zugesetzt wird er, da er ein hohes Wasserbindungsvermögen hat. Auch in der privaten Küche kann er helfen, um z.B. die Festigkeit von selbst hergestelltem Joghurt zu erhöhen.

Verbreitung in Europa[Bearbeiten]

In Mitteleuropa haben bis zu 20 % der Bevölkerung eine Laktoseintoleranz, der Bevölkerungsanteil steigt in Richtung Süden: So ist der Prozentsatz südlich einer Linie vom Golf von Biskaya nach Oberitalien und in den Gebieten südlich der Schweiz und Österreichs Richtung Osten schon bei 20–40 %. Noch südlicher steigt er weiter an und erreicht südlich von Mittelspanien und -Italien schon Werte bis zu 60 %.

Symptome[Bearbeiten]

Bei mangelhafter Laktaseaktivität gelangt ungespaltener Milchzucker beim Menschen bis in den Dickdarm, wo er von Darmbakterien aufgenommen und vergoren wird. Als Gärungsprodukte entstehen Laktat (Milchsäure) und die Gase Methan (CH4) und Wasserstoff (H2). Die Gase führen unter anderem zu Blähungen, die osmotisch aktive Milchsäure zu einem Wassereinstrom in den Darm (osmotischer Diarrhoe). Letzteres resultiert in Durchfall. Das Fehlen des Laktaseenzyms geht allerdings nicht immer mit diesen Symptomen einher. In diesem Fall spricht man von Hypolaktasie oder genauer von Laktosemaldigestion (Laktose-Fehlverdauung). Abbauprodukte der Bakterien verursachen dann andere Symptome.

Diagnose[Bearbeiten]

Man kann eine Selbstdiagnose durchführen:

  • Diättest: Eine mehrtägige Nahrungsaufnahme ohne Laktose, vor allem ohne Milch, Rahm und „versteckte“ Laktose (viele Fertigprodukte enthalten Milchzucker oder Milchbestandteile). Treten in dieser Zeit keine Symptome mehr auf, ist eine Laktoseintoleranz wahrscheinlich. Der folgende Expositionstest wird dann Klarheit schaffen.
  • Expositionstest: Nach einigen Tagen Laktose-Verzicht wird ein Glas Wasser mit 50 bis 100 g gelöstem Milchzucker (gibt es in Drogerien, Reformhäusern und Apotheken) getrunken. Treten danach innerhalb von einigen Stunden die typischen Symptome auf, besteht eine Laktoseintoleranz.

Auch eine ärztlich durchgeführte und kontrollierte Diagnose kann Klarheit schaffen. Näheres darüber erfährt man beim Hausarzt.

Der bekannte Fernsehkoch Tim Mälzer erwähnte in einer Kochshow, er habe sich einem ärztlichen Test unterzogen, während dessen ihm der Arzt gesagt habe, dass auch solche Menschen, die an einer Laktoseunverträglichkeit leiden, bis zu 200 mlMilliliter Milch pro Tag unbeschadet zu sich nehmen können.

Der Stern schreibt in seiner Ausgabe Nr. 9 in 2015, dass immerhin 82 % der Käufer von laktosefreien Produkten Milchzucker sehr gut vertragen. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass in vielen Fällen eine Laktoseunverträglichkeit falsch diagnostiziert ist und vermutlich eine Fehlernährung zu den Symptomen der Krankheit führt. Diese "Patienten" sollten eher nicht den Arzt aufsuchen, sondern zunächst den Ernährungsberater.

Behandlung[Bearbeiten]

Natürlicher und angeborener Laktasemangel sind derzeit nicht heilbar. Die Auswirkungen können jedoch z. B. durch Umstellung der Ernährung auf milchzuckerarme bzw. -freie Kost auf ein Minimum reduziert werden, ebenso durch Einnahme von Laktase.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass Laktoseintoleranz niemals gefährlich, höchstens unangenehm ist.

Weitergehende Informationen[Bearbeiten]

  • Arztbesuch
  • Beratung durch die Apotheke
  • Internet-Informationen, z.B. bei Wikipedia. Hier im Internet ist jedoch Vorsicht geboten, da Informationen, Ratschläge und Angebote manchmal nur den gewerblichen Nutzen zum Zweck haben oder aber von Benutzern ohne ausreichende medizinische Kenntnisse geschrieben wurden. Bei Wikipedia sind zudem die entsprechenden Gesundheitshinweise zu beachten.

Hinweis[Bearbeiten]