Gesundheit:Cholesterin

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Das Cholesterin, auch Cholesterol, ist ein in allen tierischen - also auch menschlichen - Zellen vorkommender, lebenswichtiger Naturstoff. Der menschliche Körper beinhaltet etwa 140 g Cholesterin, zu 95 % in den Zellen und Zellmembranen (Zellwänden). Cholesterin dient im Körper zur Herstellung von verschiedenen Hormonen und Gallensäuren. Der Mensch stellt Cholesterin zu 90 % durch Synthese selbst her, etwa 1 bis 2 g pro Tag. Eine geringfügige Menge wird durch die Nahrung aufgenommen. Die Aufnahme von Cholesterin im Darm liegt im Durchschnitt bei 0,1 bis 0,3 g pro Tag und kann höchstens auf 0,5 g pro Tag gesteigert werden. Das entspricht 30 bis 60 % des in der Nahrung enthaltenen Cholesterins. Weil nur relativ wenig Cholesterin über die Nahrung aufgenommen wird, hängt die Höhe des Cholesterinspiegels von der körpereigenen Produktion ab. Auch verschiedene Erkrankungen können zur Erhöhung des Cholesterinspiegels führen.

Etwa 500 mg Cholesterin wird täglich in Form von Gallensäure über die Leber-Gallen-Darm-Wege ausgeschieden.

Der durchschnittliche Gesamtcholesterinspiegel einer gesunden Normalbevölkerung ist geschlechts- und altersabhängig und regional verschieden. Es besteht eine positive Wechselbeziehung zwischen den Blutcholesterin-Werten und dem Body-Mass-Index.

Durchschnittlicher Gesamtcholesterinspiegel von erwachsenen Deutschen mittleren Alters (Daten von 2.816 Teilnehmern einer von den Krankenkassen kostenlos angebotenen Gesundheitsvorsorgeuntersuchung)

Generell steigt der Gesamtcholesterinspiegel deutlich mit dem Alter, wobei er normalerweise bei jungen Frauen etwas niedriger ist als bei jungen Männern. Allerdings haben ältere Frauen durchschnittlich einen höheren Cholesterinspiegel als ältere Männer. Deutlich erhöht ist der Cholesterinspiegel bei schwangeren Frauen.

Der durchschnittliche Gesamtcholesterinspiegel der Altersgruppe zwischen 35 und 65 Jahren in Deutschland liegt (siehe Grafik) bei etwa 236 mg/dl (entspricht 6,1 mmol/l), die Standardabweichung bei ±46 mg/dl. Das bedeutet näherungsweise, dass etwa zwei Drittel der deutschen Bevölkerung in dieser Altersgruppe einen Gesamtcholesterinwert im Bereich zwischen 190 mg/dl und 282 mg/dl aufweisen und je ein Sechstel der Deutschen in dieser Altersgruppe Werte oberhalb beziehungsweise unterhalb dieses Bereichs. In manchen Teilen Chinas liegt der durchschnittliche Cholesterinwert bei 94 mg/dl mit Normwerten zwischen 70 mg/dl und 170 mg/dl, wobei die geringeren Cholesterinwerte mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit an Herz- und Krebserkrankungen korrelieren.

Es gibt eine Reihe weitere Krankheiten, die durch einen Mangel oder (meistens) ein Zuviel an Cholesterin ausgelöst oder verstärkt werden:

  • Gallensteine
  • Herzinfarkt und andere Kreislaufkrankheiten
  • Schlaganfall

Erhöhte Cholesterinwerte kann man mit gezielter Ernährung bekämpfen. Von Fachleuten wird daher empfohlen:

  • Wenig fettes Fleisch, Innereien, Wurstwaren, Käse und Eigelb
  • Fettarme Zubereitung
  • Wenig tierische Lebensmittel
  • Mehrmals am Tag frisches Obst und Gemüse
  • Verwendung von Pflanzenöl anstelle tierischer Fette
  • Verzicht auf Alkohol
  • Ausreichend Bewegung

Insgesamt kann festgestellt werden, dass ausgewogene Ernährung, wenig Alkohol und andere Drogen, Nichtrauchen und ausreichende Bewegung den Blutcholesterinwerte senken. Aber das ist ja kein Geheimnis.

Falsch ist übrigens, dass Eier den Cholesterinspiegel erhöhen. Richtig ist vielmehr, dass der Organismus (bei Gesunden) das Blutfett selbst herstellt und die Produktion dem Bedarf angepasst wird, bei cholesterinreicher Ernährung also heruntergefahren wird.

Siehe auch[Bearbeiten]