Zubereitung:Geschichte des Cocktails

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Eine kleine Abhandlung zur Geschichte des Cocktails.

Anfänge[Bearbeiten]

Schon in der Antike gab es Getränke, die heute den Namen Cocktail bekommen hätten. Sie sollen aber nicht in diesen Artikel einfließen, weil sie heute weitgehend unbekannt sind. Auch im 16. Jahrhundert wurden Cocktails gemixt, deren Spur heute verloren ist. Cocktails sind also älter, als man denkt.

Die eigentliche Entstehung verdankt der Cocktail dem schlechten amerikanischen Whiskey in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Er war derart herb und stark, dass man ihn pur kaum trinken konnte. Der Ur-Cocktail entstand dadurch, dass man in den Whiskey Honig oder nur Zucker gab, um ihn zu süßen. So konnte man das Gebräu ertragen. Aus dieser Rezeptur ist der Cocktail Old Fashioned entstanden, dessen Geschichte man bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen kann.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Man begann am Anfang des 19. Jahrhunderts damit, solche Getränke Cocktails zu nennen. Es entstand in den USA. Woher das Wort Cocktail stammt, dass wörtlich übersetzt „Hahnenschwanz“ bedeutet, ist unklar. Es ranken sich viele Legenden um dieses Wort, und viele Leute behaupten auch, die Kenntnis von der einzigen, richtigen Erklärung zu haben. Es existieren ein gutes Dutzend solcher Geschichten, keine ist bewiesen und keine widerlegt. Letztlich ist die Wortherkunft des Cocktails auch nicht so wichtig.

Zwei Beispiele solcher Legenden: Bei Hahnenkämpfen bekam der Besitzer des siegenden Hahns das Recht, dem unterlegenen Hahn die Schwanzfedern auszureißen. Diese steckte man beim anschließenden Umtrunk in sein Glas. Aus dem Getränk wurde der Cocktail.

Eine weitere Legende besagt, dass die Löffel, die für das Rühren der Cocktails genutzt wurden, sehr an die Schwänze der Rennpferde erinnerten, die in der Regel kupiert waren. In Amerika nannte man kupierte Schwänze Cocktails, daher der Name Cocktail.

Die klassische Zeit[Bearbeiten]

Die erste große Zeit des Cocktails war die Zeit der Prohibition (1920–1933) in Amerika. Da die illegal hergestellten Spirituosen von der gleichen Qualität waren, wie der Whiskey Mitte des 18. Jahrhunderts, mussten sie so verbessert werden, dass sie geschmacklich genießbar waren. Das gelang durch zahlreiche Variationen. Man benutzte Saft, Sirup, Kräuter, Früchte und andere Geschmacksträger.

So wurden in schneller Folge Cocktails erfunden und wieder verworfen. In dieser Zeit entstanden eine Reihe der heute als Classic-Drinks bekannten Cocktails. Cocktails, die angenommen wurden, blieben auf der Karte, andere verschwanden wieder.

Europa schaute in dieser Zeit nach Amerika. Man sah eine Großmacht wachsen und wollte es der Großmacht gleich tun, indem man vieles nachahmte. So kamen die Cocktails auch nach Europa. In den Metropolen wurden sie zum Modetrend. Hier gab es bessere Qualitäten an Spirituosen, weil es in Europa keine Prohibition gab. Und schon bald wurden die Cocktails aus Europa in Amerika berühmt.

Auch in Europa wurden in dieser Zeit weitere klassische Cocktails erfunden. Man hatte einfach die größere Auswahl an Spirituosen und damit die besseren Voraussetzungen zur Herstellung hochwertiger Cocktails.

Nach Ende der Prohibition ließ der Trend zu Cocktails nach. In Amerika wurden einfache alkoholische Getränke nachgefragt, Europa folgte dem Trend. Zudem stand der 2. Weltkrieg vor der Tür.

Die Renaissance des Cocktails[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren kamen neue Spirituosen auf den Markt. Weißer Rum aus der Karibik, Wodka aus der Sowjetunion oder Tequila aus Mexiko. Die Welt war im Umbruch, weg von alten Traditionen, hin zu neuen eigenständigen Gewohnheiten. In dieser Phase entstanden eine ganze Reihe neuer Cocktails. Viele davon erfreuen sich auch heute noch der gleichen Beliebtheit und sind wieder in Mode gekommen.

Dieser Trend hielt nur einige Jahre an. Das unaufhaltbare Wachstum war doch vorbei, es ging wieder in kleinen Schritten vorwärts, aber auch mal rückwärts. Ist das Geld klamm, trinkt man auch keine Cocktails, denn die sind teuer.

Heute[Bearbeiten]

Seit einigen Jahren hat man die Cocktails wieder entdeckt. Sie werden immer mehr zur Modeerscheinung. Keine Party, keine Bar, keine Veranstaltung ohne Cocktails. Es gibt sogar Weltmeisterschaften. Wer macht den besten Cocktail? Und wer kann das beurteilen?

Tatsache ist: Cocktails liegen voll im Trend. Cocktail-Bars eröffnen in allen angesagten Stadtteilen. Das Ambiente wird angenommen und Cocktails werden gerne getrunken.

Während bis in die 1970er Jahren alkoholfreie, gesunde Cocktails verpönt waren, erleben die alkoholfreien Cocktails seitdem einen Aufschwung, der bis heute anhält. Alkoholfreie Mixgetränke werden immer beliebter, nicht nur bei Autofahrern. Auch das allgemein gestiegene Gesundheitsbewusstsein machte die alkoholfreien Cocktails immer populärer.