Kategorie:Weinanbauregion Bordelais

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Weinanbaugebiet Bordelais
Ein Château Trois Moulins:Das „Weingut zu den drei Mühlen“ liegt im Weinanbaugebiet Haut-Médoc am linksseitigen Ufer der Gironde in der Nähe des kleinen Gebietes Margaux. Der Wein ist eine Mélange aus Cabernet Franc, Merlot und Cabernet Sauvignon, ist Barrique-gereift, herb und vielschichtig im Geschmack. Er soll bei 17 °C zu Kalbfleisch genossen werden und hat bei einem Alkoholgehalt von 13 % eine Lagerfähigkeit von 8 Jahren.
Ein Château Bois Pertuis Bordeaux AC: Das Château liegt rechtsseitig der Dordogne und südlich der Isle in Saint-Christophe de Double im Weinanbaubereich Saint-Émilion. Der Wein ist eine Mélange aus Merlot und Cabernet Sauvignon, ist Barrique-gereift, fruchtig und geschmeidig im Geschmack. Er soll bei 16-18 °C zu Lamm- oder Rindfleisch-Braten oder zu reifen und würzigen Käsen genossen werden und hat bei einem Alkoholgehalt von 12,5 % eine Lagerfähigkeit von 10 Jahren.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Weinanbauregion Bordelais (franz. für "zu Bordeaux gehörend") ist wohl das wichtigste Weinanbaugebiet der Welt. Es ist ein unglaublicher Wirtschaftsfaktor (jeder 4 Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt vom Weinanbau oder von der Weinherstellung ab) und hat einen unglaublichen Ruf in der ganzen Welt. Das Weinanbaugebiet bietet hervorragende Voraussetzungen zum Anbau von Wein. Es ist nicht zu warm und es ist auch nicht zu kalt. Es hat so ein Mittelding zwischen nördlichen und südlichen Lagen.

Die Region ist mit rd. 117.200 ha bestockter Rebfläche die zweitgrößte Weinanbauregion nach der Weinanbauregion Languedoc-Roussillon (173.000 ha) und gefolgt von der Weinanbauregion Rhône-Tal mit 80.000 ha.

Das Terroir ist recht unterschiedlich. Es gibt zwei wesentliche Teile: An der südlichen Garonne-Mündung befindet sich Schwemmland aus den Pyrenäen. Wasserdurchlässige Gesteine bereichern diese Böden. Viel Sand ist in diesen Böden zu finden. Hier wird Cabernet-Sauvignon angebaut.

Am nördlichen Ufer der Garonne sind die Böden lehmiger und kalkhaltiger als im Süden. Die Böden sind nicht einheitlicher Herkunft und nicht so einfach zu klassifizieren. Interessant ist der hohe Kalkanteil. Hier wird insbesondere der Merlot angebaut.

Weine aus den großen Lagen des Gebiets erzielen unglaubliche Preise, Weinsammler aus aller Welt legen sich diese Weine in den Keller, um sie Jahre später zu verkaufen oder, wenn sie betucht genug sind, sie selber zu genießen. Die Weine der Region unterliegen einem strengen und kontrollierten System, das für beinahe jede Lage genau regelt, was, wann und wie viel produziert werden darf.

Dagegen stehen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die viele Weingüter des Bordelais haben. Dabei sind es nicht die Weingüter (Châteaus), die die hochwertigen Weine herstellen, sondern die, die die Massenweine produzieren. Der Absatz dieser Weine auf dem Weltmarkt ist rückläufig. Man spürt die Konkurrenz aus Spanien, Italien, Australien und den USA, Staaten, die Weinanbaugebiete fördern, die Weine ganz ähnlich wie im Bordelais herstellen. Viele Châteaus sind aus verschiedenen Gründen überschuldet, der Absatz des Weins geht zurück. Man verwendet Bordeaux-Wein schon, um Industrie-Alkohol für Weinbrand herzustellen.

Ein für das Bordelais typischer Wein ist ein trockener, tanninreicher Rotwein, lange haltbar, je älter um so besser. Aber sogar 20 % der Anbaufläche sind mit grünen Trauben bepflanzt. Es gibt in dieser Region also auch eine Menge hervorragenden Weißweins. Der ist allerdings nicht so bekannt wie sein roter Verwandter.

Das Weinanbaugebiet Bordelais liegt am südwestfranzösischen Mündungssystem der Flüsse Dordogne und Garonne, die nach ihrem Zusammenfluss nördlich von Bordeaux die Gironde bilden. Seinen Namen hat das Gebiet von der Stadt Bordeaux, die am Unterlauf der Garonne liegt. Das Klima ist hier am Golf von Biskaya mild und wegen des Golfstroms gleichbleibend.

Das Bordelais ist kein einheitliches Gebiet, sondern unterteilt sich in fünf unterschiedliche Gebiete, die sich zum Teil deutlich unterscheiden.

  • Das Médoc liegt westlich der Gironde und möchte sich als eigenes Weinanbaugebiet verstanden wissen.
  • Südlich der Garonne liegen die Graves.
  • Das Entre-Deux-Mers bezeichnet das Hügelland zwischen der Garonne und der Dordogne.
  • Das Libournais ist die Umgebung um die Stadt Libourne am rechten Ufer nördlich der Dordogne. Und wenn man von dort in den Nordwesten geht, kommt man in das
  • Blayais und das Burgeais, nördlich des Punktes, wo Garonne und Dordogne zusammen fließen.

Folgende Rebsorten werden im Bordelais angebaut: Klassisch ist Cabernet-Sauvignon, Merlot und Cabernet-Franc. Die weißen Sorten sind Semillon und Sauvignon blanc. Weitere Sorten spielen keine große Rolle.

Appellation[Bearbeiten]

Aus Frankreich kommt das Wort Appellation. Eigentlich Appellation d'origine contrôlée (AOC). Es ist eine Herkunftsbezeichnung für Lebensmittel aus dem französisch-sprachigem Raum. Mit dieser Bezeichnung werden Lebensmittel geschützt, die nur eine Bezeichnung tragen dürfen, wenn sie aus einem bestimmten Gebiet kommen. Neben Wein hat Käse bestimmte Appellationen.

In der Weinsprache hat sich dieses Wort ein weinig vereinfacht und auch ausgedehnt. Man verwendet diesen Ausdruck auch für Gebiete, die nicht in dem Bereich der Appellation liegen. Im Bordelais ist es besonders schwierig, da es neben der eigentlichen Herkunftsbezeichnung (so kann man das Wort Appellation am besten übersetzen) auch noch Unterbezeichnungen gibt. Dabei geht es bis in die Chateaus, die zum Teil ihre eigene Appellation haben.

Wein, der in Weinanbaugebiet Bordeaux angebaut wird, hat zunächst einmal die Appellation „Bordeaux“, es entspricht etwa dem Wein Qualitätswein bestimmter deutscher Anbaugebiete (Q.b.A.). Es gibt in Frankreich keine Prädikate, wie man es aus Deutschland kennt. Man hat dafür besondere Appellationen. Das geht herunter bis in das Chateau. Auch spielt die Rebsorte, aus der der Wein gemacht wird nur eine kleine Rolle. Der einfache Wein aus dem Bordelais heißt „Bordeaux“ und wird nicht nach der Rebsorte bezeichnet.

Leider ist das Weinrecht in Frankreich nicht einheitlich. Das Bordelais hat sein eigenes Weinrecht. Dieses Weinrecht ist schon seit vielen Jahren gültig. Es hat auch einen sehr langen Bestand. Nur wenige Chateaus haben ihren Status ändern können.

Der Begriff Cru ist aber in allen französischen Weinregionen bekannt und wird auch verwendet. Der Begriff bedeutet wörtlich „Gewächs“ Er meint aber in der Weinsprache ein Weingebiet. Diese Crues sind oft auch mit Appellationen belegt. Das heißt, ein bestimmtes Weingut hat Lagen die einer besonderen Herkunftsbestimmung unterliegen und nach festgelegten Bedingungen Wein Produziert.

Im Bordelais gibt es über 50 Appellationen. Dabei kann man über den Daumen sagen, je kleiner die Appellation, desto höher ist die Qualität, aber desto teurer ist der Wein.

Die Grundappellation ist Bordeaux. Für diese Appellation gelten genaue Richtlinien über Rebsorten, Anzahl der Rebstöcke pro Hektar und maximaler Ertrag. Das ermöglicht den Winzern die mechanisierte Bearbeitung der Weinberge, was mit wenig Arbeit zu hohen Erträgen führt. Es werden in erster Linie die Rebsorten Merlot, Cabernet-Sauvignon und Cabernet franc angebaut. Alle anderen Rebsorten spielen eine untergeordnete Rolle. Der Wein muss mindestens 10 % Alkohol enthalten.

Die produzierten Weine sind die einfachen Weine aus dem Supermarkt. Sie Sind für den französischen und europäischen Markt bestimmt. Diese Weine sollten jung getrunken werden, weil sie sich zur Lagerung nicht eignen.

Die nächst höhere Stufe ist der Bordeaux Superior. Diese Weine sollten von der Theorie her über den Bordeaux-Weinen liegen. Es hat sich aber eingeschlichen, dass man mit Bordeaux Superior Weine meint, die kräftiger sind und sich durch den höheren Tanningehalt länger lagern lassen.

Im Bordelais gibt es auch durchaus eine Menge Weißwein. Hier gelten wieder eine ganze Menge anderer Regeln. Die wichtigsten Rebsorten sind Sémillon, Sauvignon blanc und Muscadelle sind die bestimmenden.

Die Crus[Bearbeiten]

Die schon angesprochenen Crus haben im Bordelais eine genaue Hierarchie. Dieses System ist uralt und zudem ungeheuer kompliziert. Allein die Begrifflichkeiten zu trennen ist nicht einfach. Ein Château stellt einen bestimmten Wein her, bekommt dafür eine Appellation und aus der Lage wird ein Cru. Der Begriff Cru wird bei der Bezeichnung der Weine wichtig, an denen man sehen kann, aus welcher Lage der Wein kommt.

Die Verteilung der Crus ist schon lange abgeschlossen. Änderungen sind sehr schwierig. Alles ist im französischen Weingesetz festgelegt. Die Châteaus im Bordelais können ihren Status nur schwer ändern, auch wenn sie eine sehr gute Qualität erzielen.

Untergebiete[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

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