Wein:Weinanbaugebiet in Chile

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Viajero aus Chile

Chile liegt an der Westküste Südamerikas. Hier gibt es Gegenden, die sehr an das mediterrane Klima erinnern. So ist es auch nicht erstaunlich, dass man hier Weine herstellt, die den mediterranen Weinen ähneln. Der Weinbau kam mit der Eroberung durch die Spanier im frühen 16. Jahrhundert nach Chile. Chiles Winzer können auf eine Tradition von über 400 Jahren zurückblicken, wobei die Weine aber nur lokal verbreitet blieben.

Erst seit ein paar Jahren haben sich viele Winzer daran gemacht, die Lagen Chiles zu erschließen und hochwertige Weine herzustellen. Die Rebfläche liegt mittlerweile bei weit über 120.000 ha. Dabei profitiert man sehr davon, dass es ein chilenisches Weinrecht nach europäischem Muster nicht gibt. Man hat also die Möglichkeit, seine eigenen Ideen zu verwirklichen. Das schafft neben dem Klima besondere Möglichkeiten für besondere Weine.

Von der Sonne verwöhnt haben die Trauben hier fantastische Bedingungen. Man beschränkt sich zur Zeit noch auf klassische Rebsorten. Zumeist sind es Rotweine, die produziert werden. Dabei steht der Cabernet Sauvignon an erster Stelle. Man baut aber auch Merlot an, der auch sehr gut sein kann. Bei den Weißweinen vertraut man auch auf bekannte Rebsorten aus Europa. Hier sind Chardonnay und Sauvignon Blanc führend.

Die größten Weinanbaugebiete in Chile, dem größten Weinerzeugungsland Südamerikas, sind (von Nord nach Süd): (Sie decken sich nicht mit den Verwaltungsbezirken auf der karte).

  • Coquimbo
  • Valparaíso
    • Aconcagua (das nördlichste Anbaugebiet für Qualitätsweine)
    • Casablanca
    • San Antonio
  • Maipo (nahe Santiago), von hier kommen die besten Cabernet-Sauvignon-Weine Chiles (aus den Unterregionen)
    • Pirque
    • Puente Alto
  • Rapel
    • Colchagua
    • Cachapoal
  • Maule
    • Curicó
    • Itata
  • Bío-Bío (größtes Anbaugebiet Chiles)
  • Malleco

Um die Qualität des chilenischen Weins durch Wettbewerb zu steigern, werden seit 2004 alljährlich die Annual Wines of Chile Awards durchgeführt, die Vergabe chilenischer Weinpreise. Aufgrund der geografischen Isolierung ist Chile das einzige Land weltweit (allerdings nicht die einzige Region), das von der Reblaus verschont geblieben ist. Somit brauchen die Pflanzen auch nicht veredelt zu werden. Fast alle Weinberge werden wegen des trockenen Klimas durch Schmelzwasser aus den Anden bewässert. Auch kann weitgehend auf Chemie verzichtet werden. So hat eine der größten Weingüter, die Viñedos Orgánicos Emiliana (VOE), die größte biologisch-dynamisch bewirtschaftete Rebfläche der Welt. VOE ist ein Ableger des gigantischen Unternehmens Concha y Toro mit 4.500 ha Weinberge in Maipo, Maule, Rapel, Colchagua, Curicó und Casablanca.

Der Export chilenischen Weins bester Qualitäten bringt vor allem französische Winzer in Bedrängnis, die eine wesentlich höhere Kostensituation vor Augen haben.