Wein:Weinanbaugebiet Saale-Unstrut

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Saale-Unstrut-Wein

Geschichte[Bearbeiten]

Der Weinbau im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut ist schon im Jahre 998 durch eine Urkunde von Kaiser Otto III. urkundlich nachweisbar. Dass schon früher hier Wein angebaut wurde, gilt als sicher, ist jedoch nicht nachgewiesen. Seine Ausdehnung hat das Weingebiet den Mönchen des Klosters Pforta bei Bad Kösen und den Thüringer Landgrafen zu verdanken.

Um 1550 war die Blütezeit des Weinanbaus in diesem Gebiet, man bewirtschaftete etwa 10.000 ha Weinberge. Zentren des damaligen Weinbaus und Weinhandels waren Erfurt, Naumburg und Jena. Nach dem Rückgang des Weinbaus in Deutschland wurde 1835 die Naumburger Weinbaugesellschaft gegründet, die diesem Rückgang entgegen wirkte. Während 1887 noch 1.000 ha Rebfläche vorhanden waren, wurden die Weinberge im gleichen Jahr von der Reblaus heimgesucht, so dass um 1900 nur noch 31 ha Rebfläche übrig geblieben waren. Seit dieser Zeit pflanzt man veredelte (gepfropfte) Reben, die gegen die Reblaus resistenz sind.

Wesentlich durch die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) der DDR in den 1960er Jahren wurde das Gebiet allmählich wieder aufgerebt, so dass das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut heute (2017) 768 ha Rebfläche aufweist, jedoch immer noch zu den zu den kleinen deutschen Weinanbaugebieten zählt.

Lage[Bearbeiten]

Das Weinanbaugebiet Saale erstreckt sich in Thüringen und Sachsen-Anhalt an der Ufern von Saale und ihrem linken Nebenfluss Unstrut und in deren Nebentälern südwestlich von Leipzig, ohne an ein anderes Weinanbaugebiet anzugrenzen. Es ermöglicht Weinanbau durch warme und trockene Sommermonate. Sie ist die nördlichste zusammenhängende Weinlage Deutschlands, Burgwerben, der nördlichste Weinort im Anbaugebiet, liegt bei 51° 13′ nördlicher Breite. Noch nördlicher liegt die Einzellage Werderaner Wachtelberg in Werder/Havel nahe Potsdam in Brandenburg, dieser liegt bei 52° 22′ nördlicher Breite, von Burgwerben rund 150 km Luftlinie nördlicher.

Zu diesem Weinanbaugebiet werden auch einige Gebiete gezählt, zu denen die obige Beschreibung nicht zutrifft.

Die 13. deutsche Weinstraße Saale-Unstrut, die 1993 eröffnet wurde, erschließt das Weinbaugebiet den Verkehrsteilnehmern auf 60 km Länge und beginnt bei Nebra, führt über Bad Kösen bis nach Bad Sulza. Dabei berührt sie die an der Unstrut liegenden Orte: Nebra, Vitzenburg, Reinsdorf, Karsdorf, Wetzendorf, Wennungen, Tröbsdorf, Kirchscheidungen, Laucha, Weischütz, Zscheiplitz, Freyburg, Großjena und Kleinjena.

In Thüringen gab es 2014 12 zugelassene Einzellagen mit mindestens 5 ha, sie konzentrierten sich in Bad Sulza, Kaatschen, Camburg, Jena und Weimar. Sechs Hauptbetriebe und andere Betriebsformen bearbeiteten 2014 in Thüringen insgesamt 110 ha.

Weinfeste[Bearbeiten]

  • Jungweinwochen Saale-Unstrut April/Mai.
  • Naumburger Weinfest Ende August
  • Winzerfest Freyburg immer am zweiten Septemberwochenende
  • Weinbergfest im Kaatschener Dachsberg (1. Septemberwochenende)

Weinorte[Bearbeiten]

An der Ilm[Bearbeiten]

  • Hopfgarten
  • Weimar: Weimarer Poetenweg

An der Unstrut[Bearbeiten]

  • Balgstädt
  • Freyburg, Zentrum des Anbaugebietes mit dem Sitz der Nummer 1 der deutschen Sektfabriken: Rotkäppchen-Sekt
  • Großjena mit dem Weinberg des deutschen Bildhauers, Malers und Grafikers Max Klinger (1857-1020), der hier, im Weinbarg auch seine letzte Ruhestätte fand.
  • Kleinjena, der letzte Weinort an der Unstrut vor deren Mündung in die Saale
  • Großvargula: Großvargulaer Hopfenberg
  • Rastenberg

An der Saale und in den Nebentälern[Bearbeiten]

  • Bad Blankenheim
    • Zeigerheim
  • Bad Sulza (am Unterlauf der Ilm kurz vor deren Mündung in die Saale): Bad Sulzaer Sonnenberg
    • Auerstedt: Auerstedter Tamsel
    • Wickerstedt
  • Dornburg: Dornburger Schloßberg
    • Camburg
    • Dorndorf: Dorndorfer Ermtal
    • Golmsdorf: Golmsdorfer Gleisburg
  • Erfurt (Gera)
    • Das wohl kleinste ostdeutsche Anbaugebiet liegt am Petersberg. Es ist nur etwa 80 m lang und 5 m tief.
  • Graitschen
  • Großheringen
    • Kaatschen-Weichau: Kaatschener Dachsberg
  • Jena:
    • Jena-Ammerbach
    • Jena-Kunitz: Jenaer Grafenberg
    • Jena-Wenigenjena
    • Jena-Wöllnitz
    • Jena-Zwätzen: Der in Zwätzen angebaute und gekelterte Jenaer Käuzchenberg ist ein Wein:Qualitätswein, der seit 1980 angebaut wird. Dieser Berg ist einer der letzten im Ertrag befindlichen Weinberge in der Stadt Jena, die auf eine lange Tradition als Weinanbaugebiet zurückblicken kann und in deren Wappen die Weintraube zu finden ist.
    • Jena (Jenzig)
  • Naumburg (Saale)
    • Bad Kösen: Die Kösener Saale-Unstrut Weine gehören weinrechtlich zum Bereich Schloss Neuenburg, Grosslage Naumburger Göttersitz. Die Weinlage Pfortenser Köppelberg wurde als Weinberg 1147 erstmalig erwähnt und ist die älteste Anbaulage dieses Weinbaugebiets. Weine aus dieser Lage sind anerkannte Spezialitäten. Andere Kösener Einzellagen sind Saalhäuser, Bad Kösener Schöne Aussicht und Klosterhäseler Hasseltal.
  • Neuengönna: Neuengönnaer Wurmberg
  • Niedertrebra (Ilm)
    • Darnstedt (Ilm)
  • Orlamünde
  • Schöngleina
  • Seitenroda (am Fuße der Leuchtenburg)
    • Schieben: Bünauer Berg
  • Weißenfels-Burgwerben

weitere Anbauflächen in:

  • Wichmar

Rebsorten[Bearbeiten]

Das Weinanbaugebiet Saale ist ein Weißweingebiet. Die wichtigsten Rebsorten sind Müller-Thurgau und Silvaner. Zusätzlich gibt es noch ein wenig Traminer, Weißburgunder und Riesling. Rotweine werden im Weinanbaugebiet Saale kaum angebaut. Blauer Portugieser (siehe Bild) wird auf 46 ha angebaut, das sind weniger als 5 % der gesamten Anbaufläche.

Die Weine, die aus den Reben hergestellt werden, sind meist reich an Säure und sehr leicht. Sie sind fast ausschließlich trocken und erdig. Es wird auch Sekt erzeugt. Es herrscht Buntsandsteinboden vor.

Im Handel findet man auch außerhalb der Region Weine aus dem Weinanbaugebiet Saale. Dennoch ist das Vor-Ort-Angebot reichhaltiger als in den Supermärkten. Wer einmal nach Sachsen-Anhalt kommt, sollte versuchen, ein paar Flaschen Saale-Wein zu erstehen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Ein vergleichsweise winziges Weinanbaugebiet ist der Weinberg am Erfurter Petersberg. Hier stehen Reben, die Winzer aus dem pfälzischen Bechtheim in den 1930er Jahren der Stadt gestiftet hatten. Der Wein kann mit den Saale-Unstrut-Weinen verglichen werden, erreicht jedoch nicht deren Qualität. Hier stehen etwa 300 Reben, die von der Petersbergbauhütte gepflegt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]