Wein:Weinanbaugebiet Madiran

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Ein Rotwein des Château Bouscassé

Das Weinanbaugebiet Madiran liegt in der Gascogne im Südwesten Frankreichs in den Ebenen zu Füßen der Pyrenäen (Piémont pyrénéen) und ist Teil der Weinanbauregion Südwest (frz. Sud-Oeste). Das Gebiet hat eine AOP-Klassifizierung. Die bestockte Rebfläche beträgt etwa 1.400 ha, vorwiegend mit der roten Rebe Tannat bewachsen. Die Jahresproduktion beträgt etwa 61.750 hl.

Heute gilt die Appellation ausschließlich für die in der Region gekelterten Rotweine, während die Weißweine der Region unter die Appellation Pacherenc du Vic-Bilh fallen.

Bereits seit der Römerzeit ist der Weinanbau im Madiran bekannt. Das belegt auch ein Mosaik in der Gemeinde Taron-Sadirac-Viellenave, 27 Straßen-km weiter westlich des Hauptortes Madiran. Als sich etwa ab 1030 Mönche, vermutlich aus dem Raum Bordeaux, um den Weinbau in Madiran kümmerten, galt der hier gekelterte Rotwein schnell als Wein der Pilger, die auf dem berühmten Pilgerweg Camino de Santiago - "Jakobsweg" nach Santiago de Compostela zogen.

Seit den 1970er-Jahren begrenzte man den Tannat-Anteil auf minimal 40 - 100 % zugunsten der Sorten Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon oder Fer Servadou.

Bekannteste Weingüter sind lt. Johnson die Domaines Berthoumieu, Capmartin, Damien, Labranche Laffont, Lafitte-Teston, Laplace, de Maouries, Clos Basté, Château Montus und Château Bouscassé. Von letzterem ist eine Weinflasche eines 2002er Rotweins nebenstehend abgebildet.