Kategorie:Erzgebirgische Küche

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Die Naturräume des Erzgebirgs in Sachsen, südlich davon liegt das tschechische Erzgebirge
Erzgebirgische Weihnachtsgans

Das gebirgige Erzgebirge hat seinen Namen von Erzlagerstätten, die sich bis ins westlich liegende Thüringen ziehen. Die Bergleute, aber auch die Waldarbeiter, brauchten deftige Kost, die ihnen Kraft für ihre schwere Arbeit gab. Das spiegelt sich auch in vielen Gerichten der erzgebirgischen Küche wieder.

Das Erzgebirge lag auch an einer Salzstraße, einem Transportweg, auf dem zahlreiche Händler u.a. vielerlei Gewürze und Salz transportierten. Burg- und Schlossherren wandten hier ihr Wegerecht an und kassierten neben ihren Reichtum begründenden Zöllen auch Gewürze für die fürstlichen Küchen.

Ende des 18. Jahrhunderts hielt der Kartoffelanbau auf den kargen Böden Einzug und bereicherte nochmals die Zutatenliste, was zu einer Vielfalt von Kartoffelgerichten führte, die hier im Arzgebirg ihre eigenen Namen erhielten.

So haben wir bei der erzgebirgischen Küche ein Kaleidoskop von Einflüssen aus Tschechien, Böhmen, Thüringen und dem sächsischen Kernland.

Räumliche Abgrenzung[Bearbeiten]

Wie auch sonst, sind die Grenzen zu den benachbarten Küchenregionen fließend, was auch z.T. schon aus dem Vorhergeschriebenem hervorgeht. Daher ist die folgende Abgrenzung nur als Anhaltspunkt zu verstehen. Die erzgebirgische Küche zieht sich wie das Erzgebirge selbst von der im Westen angrenzenden Thüringer Küche im Vogtland an der tschechischen Grenze entlang (grenzübergreifend!) bis zum Elbsandsteingebirge im Süden Dresdens. Demzufolge sind in dieser Kategorie auch Gerichte der vogtländischen Küche zu finden, für die wir jedoch keine eigene Kategorie benötigen.

Typische Speisen und Getränke aus dem Erzgebirge[Bearbeiten]

  • Kartoffelgerichte:
    • Fratzen: Kartoffelpuffer, fast wie die rheinischen Kartoffelpuffer, aus rohen Kartoffeln auch Griene Fratzn genannt. Enthalten die Fratzn auch Ei, so werden sie Klitscher genannt.
    • Getzen, auch als Buttermilchgetzen, nennt sich ein anderes Kartoffelgericht
    • Breeselgetzen ("Bröselgetzen") oder Rauchemaad, Rauchermod ("Räuchermagd"): teller- oder pfannengroße Kartoffelpuffer, die nur auf einer Seite gebraten, auf den Teller gestülpt und mit verschiedenen Belägen versehen werden (Pilze, Käse etc.)
  • "Starke Esser" vertragen an Festtagen auch das Neinerlaa ("Neunerlei"), eine Menüfolge aus neun verschiedenen Gerichten, die sehr stark variieren können. Dabei hat jeder Gang eine gewisse Symbolik, die den zukünftigen Schicksalsverlauf beeinflussen soll.
  • Speckfettbemmen: Mit Griebenschmalz bestrichene Brotscheiben
  • Erzgebirgischer Kaninchenbraten
  • Erzgebirgischer Linseneintopf
  • Lauterbacher Tropfen: Magenbitter aus dem erzgebirgischen Lauterbach
  • Altenberger Kräuterlikör aus dem erzgebirgischen Altenberg
  • Oppacher: Mineralquellen

Typische Speisen und Getränke aus dem Vogtland[Bearbeiten]

Auch die vogtländische Küche beinhaltet viele Gerichte auf der Basis von Kartoffeln. Sie ist eine einfache und deftige Küche, vielfach aus Grundnahrungsmitteln.

Typische Gerichte sind u. a.:

Siehe auch[Bearbeiten]