Bier:Zapfen

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Ein Zapfhahn

Das Bierzapfen ist eine Kunst für sich. Wie kommt das Bier aus dem Fass ins Glas? Hier gibt es die Tipps, wie man auch zu Hause ein schönes Bier zapfen kann. Man kann auch einen guten Barkeeper beobachten, wie er das Bier zapft, dann bekommt man einen Eindruck von der Qualität des Bieres, das bald darauf fertig vor einem steht.

Sauberkeit der Gläser[Bearbeiten]

Leider kann man in Gastwirtschaften selten sehen, wie die Biergläser gespült werden. Vielleicht ist das auch ganz gut so. Denn einerseits möchte jeder ein sauberes Bierglas haben, andererseits mögen Biergläser Spülmittel gar nicht. Wenn Reste von Spülmittel am Glas haften, bildet die Blume schnell sehr große Bläschen, die genauso schnell zerplatzen, und die Blume fällt in sich zusammen. Deshalb muss das Bierglas nach dem Abwaschen mit Spülmittel sorgfältig mit klarem Wasser nachgespült werden, sodass das Spülmittel restlos vom Glas entfernt wird. Nur dann kann sich im Glas eine schöne Blume bilden. In vielen Gaststätten werden die Biergläser deshalb nur mit klarem Wasser gespült. Das macht zwar die Blume schöner, aber Bakterien können am Glas haften bleiben. Das will man ja auch nicht.

Bevor das Bier gezapft wird, sollte das Glas noch einmal mit sauberem kaltem Wasser ausgespült werden. So bekommt es die richtige Temperatur, und Staubteilchen werden ausgespült, die die Kohlensäure des Bieres sonst sprudeln lassen würden.

Das Zapfen[Bearbeiten]

Beim Zapfen wird das Bierglas schräg unter den Zapfhahn gehalten. Dann wird der Hahn geöffnet, und das Bier sollte beim Einlaufen über die Rundungen des Glases auf möglichst große Widerstände treffen. Bei Biertulpen ist das ganz einfach, je nach Glasform kann es aber schwierig werden. Wichtig ist, dass das Bier möglichst wenig Kohlensäure verliert.

Das Glas sollte zu 23 (ohne Schaum) gefüllt werden. Dann gönnt man ihm eine kleine Pause. Wenn man das Glas danach füllt, darf der Bierhahn nicht in den Schaum ragen, sondern knapp darüber anhalten. So zerstört man die Blume nicht. Man zapft so lange nach, bis der Füllzustand des Glases erreicht ist. Mehr als zwei- oder dreimal sollte es aber nicht sein. So genannte 7-Minuten-Biere sind schon abgestanden.

Wenn die Füllmenge erreicht ist und die Blume perfekt ist, wird das Bier sofort serviert. Der Vorgang des Zapfens dauert bei einem optimal gezapften Bier maximal drei Minuten.

Fehlerquellen[Bearbeiten]

Es gibt viele Dinge, die man immer wieder in Gasthäusern sieht, die aber gerade dort nicht hingehören. Deswegen sollte man besonders sorgfältig sein, wenn man zu Hause Bier aus dem Fass ausschenkt.

Vorzapfen ist eine Methode, wenn man weiß, dass gleich viele Biertrinker kommen. Man schenkt dann noch schnell etwas dazu, aber man schenkt auf diese Weise ein schlechtes Bier aus. Der vorgezapfte Erstinhalt verliert Kohlensäure, das Bier wird warm, das dazu gefüllte Bier harmoniert nicht mit dem Vorgezapften, die Blume ist uneinheitlich. Bier kann man nicht vorzapfen, auch wenn es oft oder sogar immer bei großen Anlässen praktiziert wird. Wenn man keine Massenabfertigung will, kommt es auf zwei Minuten nicht an, sofern man dem Gast ein perfektes Bier servieren will.

Noch schlimmer: Biere aus verschiedenen Gläsern zusammenschütten. So kann sich niemals ein schönes Bier entwickeln. Auch wenn es der Wirt oder der Gastgeber dadurch sehr viel einfacher hat und das Bier sehr viel schneller fertig ist. Durch das Zusammenschütten verliert das Bier reichlich Kohlensäure, die Blume ist also nicht stabil und die Temperatur der beiden Biere ist unterschiedlich. Schlechter kann man es nicht machen.

Hobbywirt[Bearbeiten]

Der Hobbywirt hat alle Möglichkeiten, es richtig zu machen. Deshalb soll dieser Artikel Mut machen, richtig Bier zu zapfen. Probieren, wie es geht, üben und sich von Rückschlägen nicht zurückwerfen lassen! Es dauert gar nicht lange, dann geht einem das in Fleisch und Blut über, und die beschriebenen Fehler spielen gar keine Rolle, weil man sie einfach nicht macht.

Bier aus der Flasche[Bearbeiten]

Der Ausschank aus der Flasche unterscheidet sich kaum vom Zapfen aus dem Fass. Man muss die Flasche eben als Zapfhahn betrachten. Mit der Flasche hat man die Möglichkeit, das Bier noch sanfter einzuschenken. So verliert es noch weniger Kohlensäure. Man kann zum Beispiel ein Hefeweizen sehr langsam einschenken, so dass das Bier nicht überschäumt. Dann wird der Rest in der Flasche sanft geschwenkt und ins Glas gegossen, sodass das Bier leicht trüb wird.

Aber auch bei einem Pilsener kann man unter Beachtung der Zapf-Tipps eigentlich nichts verkehrt machen. Man schenkt es aus der Flasche so ein, als wäre die Flasche der Zapfhahn.

Siehe auch[Bearbeiten]